Autogrammstunde

Nils Eggers wurde einst von seinen Onkeln mit auf Schalke geschleppt und erlebte gleich mal eine Niederlage gegen die Bayern. Fast 35 Jahre ist das her und seither gilt „Jetzt erst recht!“

Der Olaf kommt inne Stadt, *der* Olaf! Und Nils muss natürlich hin und sein Idol von Nahem begucken. Und ein bisschen schwätzen. Falls er zu Wort kommt.


Wahrscheinlich hat jeder Junge, der sich für Fußball interessiert, ein Idol. Mein Idol war Olaf Thon.

Eines schönen Tages im Jahr 1986 zeigte mir mein Vater einen Artikel in unserer Tageszeitung. Dort stand, dass Olaf Thon zusammen mit Marcel Raducanu (der damals für einen Verein spielte, der hier nicht ausgeschrieben werden soll) in einigen Tagen in einer Spielhalle(!) in Marl-Hüls eine Autogramm-stunde geben würde.
Mein Vater sagte, dass er mich dorthin fahren könnte und ich nahm das Angebot natürlich begeistert an.

An den darauffolgenden Abenden fiel das Einschlafen wegen der ansteigenden Nervosität immer schwerer, und an dem betreffenden Tage war ich mit den Nerven völlig fratze.

Der Vormittag zog sich wie Kaugummi dahin, aber endlich fuhr mich mein Vater nach dem Mittagessen zur Spielhalle.
Ich ging die paar Stufen hoch und sah Olaf Thon direkt im Eingangsbereich an einem Tisch sitzen. Ehrfürchtig blieb ich in der Tür stehen, und zwar so lange, bis Olaf Thon mich heranwinkte und sagte, ich solle doch ruhig näher kommen.

Ich ging also zu dem Tisch und sah, dass dort schon ein Schulkollege von mir namens Basti saß.

Marcel Raducanu (der damals für einen Verein spielte, der hier ganz bestimmt nicht ausgeschrieben werden soll) saß an einem Tisch am Fenster.

Ich setzte mich also auch zu Olaf Thon an den Tisch und erstaunlicherweise blieben wir die ganze Zeit nur zu dritt. Ab und zu kam mal ein Schalke-Fan herein und ließ sich von Olaf Thon ein Autogramm ge-ben, ging dann aber gleich wieder.
Wir konnten uns also ganz in Ruhe mit Olaf Thon unterhalten, das ist natürlich für heutige Verhältnisse unvorstellbar.

Ich muss aber sagen, dass sich eigentlich nur Basti mit Olaf Thon unterhielt, ich brachte ja fast kein Wort raus. Ich fragte lediglich, mit wem Olaf Thon sich auf Schalke und in der Nationalmannschaft am besten verstehen würde. Die Antworten habe ich nicht behalten.
Ich bekam eine Autogrammkarte und ein großes Poster mit Autogramm und auch jeweils ein Exemplar für meinen Cousin Carsten.

Ansonsten glotzte ich Ihn nur an. Irgendwann sagte er mir, ich könne mir doch auch ruhig ein Autogramm von Marcel Raducanu (der damals für einen Verein spielte, der hier hundertprozentig nicht ausgeschrieben werden soll) holen.
Das tat ich natürlich nicht. Man weiss ja, was sich gehört und was nicht.

Nach einigen weiteren Minuten gab Olaf Thon mir fünf Mark und sagte, ich solle die doch mal in einen Spielautomaten werfen.
Ich ging also zu einem der Spielautomaten und warf die Münze ein. Kurz nachdem das Ding anfing zu rattern und zu klimpern, sagte Olaf Thon mir, ich solle doch mal auf den Risiko-Knopf drücken.
Dies tat ich und daraufhin kamen noch zwei 10-Pfennig Münzen aus dem Automaten raus.
Daraufhin meinte Olaf Thon nur, dass ich ja mal besser die fünf Mark behalten hätte.

Auch wenn Olaf Thon diese zwei Groschen nie in der Hand gehalten hat, habe ich sie noch lange behalten und erst Jahre später wieder in Umlauf gebracht.

„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskar-ten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „da-heim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht je-mand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirk-lich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstru-ierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und viel-leicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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