Sieben auf einen Streich

Fabian Wegener wurde zu Parkstadionzeiten Schalker, obwohl die in seinem Beisein erstmal ganz oft nicht gewinnen wollten. Jörg Böhme war der Held seiner Kindheit und ist es bis heute geblieben, aber vieles hat sich geändert. Schalke gewinnt öfter – und eine Dauerkarte gibt’s inzwischen auch.

2003 spielt der FC Schalke 04 im DFB-Pokal im Breisgau – für Fabian die erste große Auswärtstour. Aber nicht nur für ihn wird’s ein denkwürdiger Tag.

Der erste große Auswärtsspiel meiner Schalke Karriere stand an, was hatte ich mich bei Papa eingeschleimt, immerhin war mein Geburtstag gewesen. Außerdem waren ja noch Ferien und noch dazu hatten wir Bekannte in Freiburg, gehofft, gebangt, und ich bekam zum Geburtstag eine Fahrt zum Pokalspiel in Freiburg.

Mit dem Zug ging es gen Süden, ich kann mich auch noch recht gut an meinen Platz erinnern. Hinterm Tor, in diesem gemischten Stehplatzblock. Ziemlich zentral, um auch ja jedes der unfassbar vielen Gegentore gut sehen zu können. Schalke spielte mit einigen „B-Spielern“. Glieder, Pinto und Trojan, wobei die letzen Beiden, bei der Aufstellung noch belächelt, sich in die Torschützenliste eintragen durften. Schalke lag früh hinten, durch Coulibaly, ich glaube ein direkter Freistoß, glich aus, lag wieder hinten und drehte das Spiel durch Pinto und Trojan. Bis kurz vor Schluss sah es ja auch noch ganz gut aus, dann ja dann kam wieder dieser Coulibaly……hat der jemals wieder so ein Spiel gemacht?

Meine Erinnerungen sagen mir, dass er den Freistoß direkt gemacht hat, aber die Berichte von damals sagen was anderes. Es war wohl Kruppke, inzwischen mit Eintracht Braunschweig von der Regionalliga über die Dritte bis in die Zweite Liga aufgestiegen, der das Leder über die Linie drückte, nachdem Rost einen Coulibaly-Freistoß abklatschen lassen hatte.

Egal, auf jeden Fall Verlängerung.

Das Unheil nahm seinen Lauf. Varela, damals neben Böhme mein Lieblingsspieler, verursachte einen Elfmeter und durfte Duschen gehen, Rodriguez stand auch nur noch rum, da er verletzte war. Nach vier Gegentoren in 30 Minuten war das Elend dann vorbei. Coulibaly mit drei Toren und einer Vorlage, nie, wirklich nie wieder hat er so ein Spiel gemacht, das wage ich mal zu behaupten!

Leider war das Unheil dann immer noch nicht vorbei. Rein nach Freiburg und da gibt es ja diese blöden Wasserläufe an den Straßen. Und wie der Tag so lief, trat ich da mal öfter hinein – und das alles nur für Schalke.

Muss ich noch dazu sagen, dass Schalke die ersten acht Spiele, die ich live im Stadion sehen durfte, nicht gewonnen hat? Mein Fußballglück muss man erstmal haben…

29.10.2003 DFB-Pokal im Dreisamstadion
SC Freiburg – FC Schalke 04 7:3 n.V.
S04: Frank Rost, Thomas Kläsener, Anibal Matellan, Tomasz Waldoch, Niels Oude Kamphuis, Levan Kobiashvili (Dario Rodriguez 60.), Sergio Pinto (Gustavo Varela 76.), Christian Poulsen, Filip Trojan, Eduard Glieder (Ebbe Sand 67.), Mike Hanke
1:0 Soumaila Coulibaly 8.
1:1 Christian Poulsen 37.
2:1 Alexander Iashvili 43.
2:2 Sergio Pinto 63.
2:3 Filip Trojan 68.
3:3 Dennis Kruppke 84.
4:3 Zlatan Bajramovic 105. (Foulelfmeter/ Gelb-Rot für Varela)
5:3 Soumaila Coulibaly 108.
6:3 Soumaila Coulibaly 112.
7:3 Alexander Iashvili 115.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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2 Antworten zu “Sieben auf einen Streich

  1. 2009 gegen die Zecken, ich hatte keine Karte, egal auf nach Zeckistan, mein Bekannter besorgte Karten natürlich für die keine Ahnung wie deren Kurve heisst, ich sagte dann nur zur Security da geh ich nich rein bei dem Volk, die drehte sich um und ich …. muss dabei sagen bin klein schwubs in die Schalker Kurve von wegen unter das Zeckenvolk…. anschliessend war ich noch bei Mc Doof, dort wurde ich weil ich ja als Schalkerin gekleidet war mit allen möglichen Sachen beworfen was ich überhaupt nicht verstehen kann…. lach… habe meinen Mund natürlich nicht gehalten und als die freundliche Bullette kam und fragte ob sie mich hinausbelteiten dürfe war ich froh……

  2. Pingback: Fabian wegener | Cellcon

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