Am Anfang ein Ende

“TobiTatze“ führt im Internet einen der bekanntesten Schalke-Blogs, blogundweiss.de, und fand die Inspiration dazu vor Jahren beim Studium in Helsinki, als sein geliebter FC Schalke 04 so weit weg war. Konnte ja keiner ahnen, dass der später mal zu einem Pflichtspiel dort antreten würde.

Zum Glück hat es „TobiTatze“ inzwischen wieder nach Nordrhein-Westfalen verschlagen, wenn auch nicht ganz so nahe ran an Schalke wie früher – als er im Pott aufwuchs und sein erstes Heimspiel sah.

Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Manch böse Zunge behauptet ja, dass Marl nicht mehr zum Ruhrgebiet gehört. Solche Menschen kriegen dann aber auch richtig Probleme, denn wenn Auguste Victoria und die gute alte Hüls AG kein Teil des Ruhrgebiets sind, dann weiß ich auch nicht weiter.

Fußball und insbesondere Schalke standen bei mir schon immer hoch im Kurs. Ob Vatter oder Muttern, alle Familienmitglieder hat das königsblaue Fieber gepackt. Mit meiner „aktiven Stadionkarriere“ ging es ausgerechnet im Abstiegsjahr ´88 los. Eintracht Frankfurt war zu Gast beim Tabellenletzten und man teilte sich schiedlich friedlich, ohne Tore, die Punkte.

Obwohl das Spiel allem Anschein nach ziemlich Mau daher kam, blieben mir zwei Situationen immer im Gedächtnis. Da saßen doch glatt zwei Männer friedlich nebeneinander, obwohl der eine mit Schalke Mütze und der andere mit Frankfurt Mütze daher kamen. Nicht zu fassen! Das ging mir nicht wirklich in den Kopf. Später musste ich dann feststellen, dass dies auf den Haupttribünen dieser Welt durchaus Gang und Gebe ist.

Nach dem Spiel, wir haben hinter dem Marathontor geparkt, da wo heute die Mannschaft trainiert, ging es im Schneckentempo Richtung Ausfahrt. Ein Bekannter meines Vaters steuerte seinen Wagen sichtlich genervt. Auf Höhe Marathontor läuft uns dann einer dieser Frankfurter vor den Wagen. Bei 2 km/h auf der Tachonadel keine große Sache. Trotzdem wurde die Bremse betätigt und laut geflucht. Der Fußgänger, ebenfalls von der schlechten Saison seiner Truppe genervt, schüttete darauf hin sein Rest Bier über die Windschutzscheibe. Schneller als ich damals Alexander Borodjuk sagen konnte, war der Bekannte aus dem Wagen und am Kragen des Adlers.

Erste Mal auf Schalke, erste Keilerei erlebt! Da muss man einfach weiter hingehen! Und so war es auch. Mein Vater, mit Dauerkarte und guten Beziehungen zur Ordnerschaft, nahm mich nach kurzer Zeit immer mit. Allesheimspielfahrer mit 7 Jahren! Das muss mir mal einer nachmachen. Und egal, wie mies das Spiel auch war, die Klopapierrollen ließen sich immer gut in Richtung Unterrang werfen.

Da war es dann auch egal wer da saß.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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