Immer wenn Peter mit auf dem Foto war

Friedhelm Wessel arbeitete einst in verschiedenen Lokalredaktionen der Ruhr Nachrichten und war von 1973 bis 1976 auf Schalke hautnah am Ball, berichtete über alle in Gelsenkirchen ausgetragenen Bundesliga- und Weltmeisterschaftsspiele und schrieb nach seiner „aktiven Zeit“ mehrere Bücher über das Ruhrgebiet und den Fußball im Revier.

Friedhelm, die Schalker Nachwuchself, Charly Neumann. Eine Erinnerung an einst.


Charly Neumann war (fast) immer auf dem Platz anzutreffen.
Als ich ihn 1973 kennenlernte, gehörte er zum Stab um Jugendtrainer Uli Maslo. Die Schalker Jugend galt als Talentschmiede, es war eine Art Sportinternat. Viele bekannte Kicker wie Mathias Schipper und Peter Endrulat lebten damals in vereinseigenen Wohnungen, die sich in Rotthausen und Gelsenkirchen-Mitte gegenüber des Hallenbades befanden. Hier wurden die Kicker teilweise auch beköstigt, der Verein stellte den Jugendspieler nämlich entsprechende Essensmarken zur Verfügung, die sie bei Charly, der damals Pächter des Badrestaurant war, einlösen konnte.

Zum Stamm der Schalker Jugend gehörte in den 1970er-Jahren auch Peter Neumann, der Sohn des späteren S04-Mannschaftsbetreuers, doch er war immer nur der 14. Mann des Teams. Er hatte wohl das fußballerische Talent seines Vaters geerbt, von dem kolportiert wird, als Ernst Kuzorra mal Charly beim Kicken zuschaute, sich mit den Worten „Charly, lass es“ abwandte. Aber Charly, der umtriebige Schalker, war trotzdem sehr stolz auf seinen Sohn, wo immer es ging: Peter fehlte auf keinem Mannschaftsfoto, und diese Fotos erwarb der Jugendbetreuer auch gerne.
Im Gegensatz so anderen hochdotierten Spielern, die Fotos von Spielszenen einfach einsteckten, ohne sich zu bedanken, bezahlte Charly Neumann dafür – der drückte mir jedes Mal 20 Mark in die Hand und lud mich, als ich die A-Jugendbilder im Hallenbad ablieferte, dort mehrfach zum Essen ein.
So kam es, dass ich damals fast alle Spieler des Jugendkaders sehr gut kannte. Denn man traf sich oft am Mittagstisch, wo die angehenden Profis sich aber nicht nur über Fußball, sondern auch gerne über Mädels und Musik unterhielten.

Als Charly 2008 in Buer zu Grabe getragen wurde, war ich dabei. Ehrensache…
„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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