No sleep til Derby

„Paul Kohlenpott aus Göttingen“ hat sich fürs Netz nicht nur einen sonderbaren Namen zugelegt sondern ist eigentlich Fan der Jungs vom Millerntor, aber Königsblau ist seine „zweite Liebe“.

Das Derby steht an. Musste mal gesagt werden. Und wie das so ist, so vorher und so, das auch.

Morgen ist es soweit. Endlich.
Zweimal im Jahr sind sämtliche Schlafstörungen mal nicht auf akute Arbeitsunlust zurückzuführen, sondern auf das berühmte PDS. Wer hier die politische Kraft vermutet, die aus der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands hervorging und heute als „Die Linke“ fungiert, liegt weit daneben.
Es handelt sich um das Pre-Derby-Syndrom, das nicht selten vom Post-Derby-Syndrom (PDS II) abgelöst wird.
Bei den einen wird es chronisch und lässt maximal in den Sommer- oder Wintermonaten, allgemein bekannt als spieltagsfreie Zeit, nach, bei anderen reicht es immerhin noch aus, um eine Woche vor dem Event eine Metamorphose aus gestandenen Weibs- oder Mannsbildern in fragile Borderliner zu verursachen.
Ekstatische Vorfreudemomente wechseln sich unverhofft mit depressiven Episoden ab, Mitmenschen müssen unter scheinbar unerklärlichen Stimmungsschwankungen leiden.
Würde man nun psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, empfiehlt sich hier die sogenannte Verhaltenstherapie, die nichts anderes bewirken soll, als die Umkonditionierung bestimmter Verhaltensmuster beim liebenswerten Mitmenschen. Kleiner Tipp: dabei sollte man bitte um Fachkräfte rund um Lüdenscheid einen Bogen machen (wegen versuchter Hirnwäsche, you know).
„Bitte nicht noch mal wie 2007, als wir bei DENEN die Meisterschaft verspielt haben“. „Ich möchte nicht, dass DIE DA noch einmal in unserer Arena feiern wie z.B. bei DEREN 3:1 2013.“
„ Was ist, wenn wir verlieren und DIE im Büro vor mir feiern. DIE, DIE es vor den Neunzigern gar nicht gab, weil sie auf die Erfolgswelle von DENEN aufgesprungen sind und auf einmal überall als Fans in der ganzen Republik rumnervten, ein Phänomen, was wir von vielen Vereinen kennen (abseits vielleicht vom VfB, wenn man denn den Prenzlauer Berg gedanklich ins Schwabenland verfrachtet)“
Ruhig Blut, lieber blau-weißer Freund! Der kluge Psychotherapeut wird raten, all diese negativen Gedanken nicht nur durch ein lautes STOPP zu unterdrücken, sondern gar zu beseitigen und durch liebgewonnene Anekdoten aus dem Schalker Leben zu ersetzen:
„Denken Sie doch nur an 15.08.1993 zurück, an Youri Mulder Tor gegen den Erzrivalen, an Günter Schlipper im Jahr zuvor, an Ingo Anderbrügges Siegtor im August 1997, an Lehmanns spätes Schädelglück im selben Jahr, an Rosts Elferparaden und Ebbes finalen Streich, an die unglaubliche Show am 04.02.2011 in Lüdenscheid von Manue…“ „Moment“, hier unterbricht der wackere Patient und der Fachmann führt weiter aus. „ja, ich sollte nicht negative Gedanken mit anderen Traumata bekämpfen…. Also fahren wir fort, Erinnern Sie sich an das Gefühl der Tore von Benny Höwedes und Rakitic 2010, an das nach den Buden von Juli…, na von so einem Typen eben und von Klaas Jan Hunterlaar 2013 sowie an den Sieg 2014 zu Hause dank Matip und Choupo-Mouting.“
Auf den anschließenden Pädagogenquatsch a la „Wie geht es Ihnen jetzt?“ kann man da getrost verzichten.
Denn es dürfte damit klar sein, dass DIE DA auch in Zukunft mal gewinnen werden, dass SIE sich vielleicht eine Zeitlang weiter als einziger echter Bayernkonkurrent fühlen werden, aber: who cares?
Es bedarf nicht nur alter Anekdoten und ausgegrabener Emotionen, die einem das Gefühl geben, immer auf der richtigen Seite gestanden zu haben und weiter zu stehen, Blau-Weiss sieht eben viel besser aus als diese ANDERE Farbenkombination paar Kilometer weiter.
Lass dein PSD ein Gutes sein! Es lohnt sich! Immer und immer wieder….schlaf gut! Träum schön, Kumpel!
Weil Schalke is dat Geilste!


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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2 Antworten zu “No sleep til Derby

  1. Ich muss echt zugeben, dass ich positiv überrascht war vom Derby. Mit ein bisschen (mehr) Effizienz beim Kontern wäre sogar mehr drin gewesen…

  2. Diese Saison gibt es für Euch aber nichts zu holen!

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