Liebe auf den ersten Schritt

Steffi Beck ist Steuerfachwirtin aus Südbaden, die erst gar nichts mit Fußball anfangen konnte und sich spät, aber heftig in den S 04 verliebte. Eine Liebe, die niemals endet. Selbstverständlich auch Mitglied und hat mit Ihrer Begeisterung für Königsblau mittlerweile ihre Familie angesteckt.

Eine persönliche S04-Historie, die damit beginnt, dass das Auto zufällig die richtigen Farben hat.


Es war ein ganz normaler Tag im Frühherbst 2009. Ich putze voller stolz mein heiß geliebtes Auto, einen weißen Ford Fiesta mit (königs-)blauen Lackierungen, den ich erst im Frühjahr 2009 neu erstanden hatte. Mit Fußball hatte ich bis dahin nichts am Hut. Ok, WM und EM wurden angeschaut und begeistert verfolgt, aber Bundesliga war nicht mein Thema. Ich wohne in Südbaden, ca. 15 km von Freiburg. Die Begeisterung für den Sportclub hielt sich in Grenzen, besser gesagt, es war mir Wurst und ich kannte auch weiter keinen, der in Euphorie dazu aufging. Ich war sogar froh, einen Mann zu haben der überhaupt nicht Fußballbegeistert war. Wir wohnten in einer Eigentumswohnung mit 8 Partien. Eine davon war eine Ferienwohnung und gehörte einem Ehepaar Aßmann aus NRW. Richtig nette Leute, mit denen mich auch beruflich einiges verband.

Während ich meinen weiß-blauen Schatz wienerte, kam gerade Herr Aßmann mit seinem Kumpel vom Einkaufen. Die beiden machten mal wieder Herrenurlaub ohne die Frauen. Der Kumpel, Bernhard, brüllte über den ganzen Hof, ich hätte ja ein Schalke-Auto. Sehr irritiert und mit Fragezeichen im Gesicht schaute ich ihn an. Er machte weiter seine Witze und meinte sogar noch, damit soll ich doch mal vor den Signal-Iduna-Park… Schon da überlief mich ein kalter Schauer.
Wir redeten über Fußball im Pott und ich musste zugeben, dass ich noch NIE in irgendeinem Stadion war. Interessieren würde mich das schon mal, gerade im Pott wo die Menschen so leidenschaftlich dabei sind. Herr Aßmann versprach, dass wir zusammen mal zum Fußball gehen, er kümmere sich darum.

Danach kam unser Umzug in die Nachbargemeinde und Familie Aßmann gab ihre Ferienwohnung auf. Deshalb war es dann am 24.04.2010 soweit. Herr Aßmann hatte VIP-Tickets, aber „nur“ für Leverkusen gegen Hannover 96. Klar war ich auch aufgeregt und gespannt. Im VIP kam man sich sehr Spezial vor und wurde auch so behandelt. Das war schon was! Nur das Spiel sah man hinter einer Glasscheibe ohne Stadion-Feeling und Emotionen. Das Spiel gewann die Werkself mit 3:0.
Ich war etwas enttäuscht. Und eins ließ mich nicht los, ich wollte UNBEDINGT mal auf Schalke. Wenn mich jetzt auch schon der Rest meiner Familie damit aufzog eine Schalke-Auto zu haben, dann erst recht.

So fuhr ich am nächsten Tag, ein Sonntag, mit Herrn Aßmann, der seit dem Spiel für mich Norbert war, zur Arena nach Gelsenkirchen. Die Sonne schien und ich war total gespannt! Vor dem Hotel warteten einige Fans, auch ein großer Anhänger von Kuranyi, der uns u.a. verriet dass man auf die Mannschaft warten würde. Wir liefen rüber zur Arena. Sehr beeindruckend! Wir fanden auch den Weg ins Museum. Dort hatten wir Glück und es gab noch Plätze für die ARENA-Tour. Wie genial war das denn! Es war eine tolle Führung durch die Gänge, zum Presseraum, der Umkleide, Laola-Club usw. Ich war begeistert! Auf einem Sitzplatz in der ARENA war ich dann schon richtig beeindruckt. Der „Führer“ berichtete von den Fans, der Stimmung bei Heimspielen und vom Spiel am Vortag, das Schalke bei Herta 1:0 gewonnen habe. Zum Schluss der Führung wurden wir durch die Katakomben in die ARENA geführt. Da unten auf dem Platz, mitten in der ARENA – WOW. Es war gerade keine Rasen drin, deshalb konnten wir mitten „aufs Feld“. Ich war so beeindruckt und gefesselt, dass ich sprachlos war. Das einzige, was ich Norbert sagte war, dass ich hier unbedingt ein Spiel sehen möchte. Und ehrlich gesagt, hatte ich da bereits mein Herz verloren.

Es dauerte bis zum 12.02.2011(!) bis es endlich so weit war. Norbert hatte wieder VIP-Karten für Schalke ./. SC Freiburg organisiert. Man war das genial! 2 Stunden vor Anpfiff waren wir da, pünktlich zum Einlass. Selbstverständlich fuhren wir in meinem Schalke-Auto vor. Das ließ ich mir nicht nehmen. Mannomann war ich aufgeregt, wie ein kleines Mädchen an Weihnachten. Was für eine ARENA, was für eine Stimmung, was für eine Atmosphäre. Ich war gefesselt. Beim Anklang der Hymne „Blau und weiß“ bekam ich absolutes Hühnerfell! 60.000 Menschen hielten Ihren Schal hoch und sagen mit. Selbstverständlich habe ich zu Hause den Text geübt, auf Anraten von Norbert. Und ich war so froh darüber, so konnte ich Teil dieses tollen Chors sein. Dann kam noch der Steiger und ich schwang meinen Schal mit.

Das Spiel war im Großen und Ganzen nicht der Knaller. In der Pause gingen Norbert, mein Mann Mike und ich raus etwas trinken und pinkeln. Dann kam der Ton zur Zweiten Halbzeit. Norbert wollte unbedingt noch telefonieren und Mike wollte auf ihn warten. HALLO!? Ich wollte doch keine kostbare Minute verpassen. Also ging ich allein zurück auf unsere Plätze. Mein Hintern hatte noch gar nicht das harte Plastik der Sitzschale erreicht, als das 1:0 für den S 04 durch Farfan fiel. Man was war das für ein Jubel! Es dröhnte von überall „ein Leben lang – blau und weiß ein Leben lang“. Der Torschütze wurde ausgerufen und bejubelt, und alle brüllten mit. Und um ein Haar hätte ich mein erstes Tor auf Schalke verpasst! Zumal es an diesem Spieltag auch das einzige Tor war. Das hätte ich mir und meinen Männern nicht verziehen.

Es war so einnehmend und bewegend, dass ich da sicher wusste, ich komme wieder, das ist mein Verein! Nirgendwo konnte die Stimmung und alles schöner und besser sein als hier! Seit dem fahre ich so oft wie möglich auf Schalke, gehe zum SC wenn die Knappen kommen oder schaue irgendwo das Spiel an. Mit Schalke habe ich Leiden gelernt. Aber so ist es nun mal. Eine Liebe die niemals endet!
Mittlerweile bin ich auch Mitglied und habe meine ganze Familie angesteckt. Mein Mann redet bei Schalke schon von „wir“ und begleitet mich so oft wie möglich zum einem Spiel. Sogar meine Eltern verfolgen mittlerweile was S 04 macht und leiden mit mir mit.

„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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