Von guten Vorsätzen

Marc Werner ist Mitte 40 und hat wegen der wandeinnehmenden Fahne der Knappen in Opas Keller und dessen Geschichten über Schalke seit 4 Jahrzehnten schon den Blauweißen Virus in sich.

Mit dem Sohn zum Revierderby nach Dortmund, da brauchts ermahnende Worte und strenge Verhaltensregeln. Erst recht, wenn man sein Plätze nicht unter Blauen hat.


In der Saison 2009/2010, Ende September, war ich zuletzt in der Wellblechhütte. Es war das Spiel bei dem unser damaliger Torwart (wie der hieß, weiß ich nicht, müsste ich im Jahrbuch nachschlagen…) einen gewissen Kevin G. nach Spielschluss nahezu krankenhausreif geschlagen hat.

Mein zu diesem Zeitpunkt 13-jähriger Sohn ging mit. Wir bekamen aber nur Karten für den Eckbereich Süd/Gegengerade, also Trainerbank-Seite. Wir kleideten uns absolut neutral und der erste Satz an meinen Sohn nach dem Wachwerden war, sinngemäß: „Egal, was da heute passiert, Du tust neutral“. Ich weiß nicht, wie oft ich es ihm gesagt habe an diesem Tag (könnte so 1904 mal passiert sein).

Zehn Minuten vor Spielbeginn nehmen wir unsere Plätze ein und mir ward bang… Vor uns, hinter uns, rechts und links eindeutig (na klar) Fehlfarbenorientierte… Eine letzte Ermahnung an meinen Jungen (pssschhht…) Der Typ links neben mir wie aus dem Mitgliedsjournal der Hell´s Angels und/oder Desperados. Gefühlte 40 cm größer, ebenso viele Kilo schwerer, Kutte, Mütze, Trikot und weitere Devotionalien in üppiger Ausprägung. Wenn der aufstand, gab es neben schwarz kein gelb mehr.

Das Spiel beginnt, fahrig, hektisch. Kochende Atmosphäre, brodelnd… Und dann passiert es. Es fällt das 1:0 für Schalke… Mein Sohn sitzt auf seinem Platz und sieht dem wie irre schreienden und vor Freude hüpfenden Vater fassungslos zu. Dieser Vater, also ich, in diesem Moment ob seiner Taten fassungslos, sieht Ungemach für Sohnemann und sich kommen… Der Berg eines Fehlfarbenen steht auf, baut sich auf… Ich schiebe meine vergleichsweise dürren Argumente zwischen den Berg und meinen Sohn. Der Typ schaut mir von oben (ich glaube der brauchte ein Fernglas) in die Augen, sein Mund öffnet sich… Und er sagt: „Wenner schon hier sitzt, dann mussu mir getz mal ne Kippe geben… watten scheiss Tor, ey…“

Er hat danach noch so einige Kippen von mir bekommen. Die Diskussionen mit meinem Sohn („Vorbild“, etc) waren da viel schwieriger.

„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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2 Antworten zu “Von guten Vorsätzen

  1. 😀 😀

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