Ground Zero

Klaus-Dieter Häring, geboren 1952 in Datteln,lebte bis zum 4.Schuljahr in Walsum, ist heute echter „Wäller“ (Westerwälder) und Mitglied bei den Schalker Freunden Limburg. Mit 22 wurde er in der Sportschule Grünberg zehn Tage lang trainiert von Rudi Gellesch, Nationalspieler und Mitglied der legendären Schalker „Kreisel-Mannschaft“.

Anders als das erste ChampionsLeague-Spiel der Schalker Vereinsgeschichte wurde eine geplante Konzertreise wegen der Anschläge vom 11.September 2001 abgesagt – und ein Jahr später nachgeholt, mit einer überraschenden Begegnung.


Als Freier Journalist im Kreis Limburg-Weilburg lebt es sich als Schalke-Fan recht gut im Westerwald. Hinter dem Pommes-Team (rot-weiß) und noch vor den Zecken (gelb-schwarz) ist Schalke von den Fangruppen her am meisten vertreten. Und das sogar noch vor den hessischen Adlern (rot-schwarz) aus Frankfurt. Neben dem blau-weißen-Fußball, den ich als Wochenend-Journalist leider nur selten live erleben kann, gehört meine ganze Freizeit-Liebe noch dem Chorgesang. Bei einem der besten Männerchöre Deutschlands, der „Harmonie“-Lindenholzhausen, habe ich in über 30 Jahren wunderschöne Konzertreisen erlebt.

Eine dieser Reisen sollte nun in die USA gehen, genauer an die Ostküste nach Washington, Philadelphia und New York. Reisedatum war Oktober 2001. Durch den Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 wurde die Reise abgesagt und auf das Jahr 2002 verschoben. Eine Reise die, trotz des Abstands von zwölf Monaten, immer noch mit einem mulmigen Gefühl im Bauch angetreten wurde.

Konzerte in Washington und ein touristischer Abstecher nach Philadelphia konnten nicht verhindern, dass die Gedanken immer zu den zwei zerstörten Türmen in New York gingen. Dann kamen der große Tag und die Fahrt nach New York. Durch den Holland-Tunnel ging es über die West Street zum Hotel in Manhattan. Koffer abgestellt und Freundin Karin an die Hand genommen waren dann die ersten Aktionen, um anschließend einen Stadtplan von Manhattan an der Rezeption des Hotels zu besorgen. Über die Rector Street und die Greenwich Street ging es dann zu Fuß in Richtung Ground Zero, das nur wenige hundert Meter vom Hotel lag. Ich muss sagen, dass uns mulmig wurde und wir mit gemischten Gefühlen in Richtung des Unglücksortes gingen. Sogar eine Gänsehaut sollte sich breit machen je näher wir kamen. Aus der Ferne war nicht viel zu erkennen, denn am Unglücksort sollte uns zuerst ein großer Bauzaun aus Holz die Sicht versperren. Wir gingen näher an diesen Bauzaun heran und ich blieb wie verwurzelt stehen. Das kann doch nicht wahr sein – war mein erster Gedanke – und trotz der doch eher angespannten Situation kam ein Lächeln über meine Lippen. Selbst Freundin Karin konnte sich, kopfschüttelnd, ein Lachen nicht verkneifen. Vom Bauzaun her strahlte uns ein blau-weißer Schalke-Aufkleber an, der dort, ganz schief aufgeklebt, aus der Heimat grüßte und unsere doch düsteren Gedanken für Sekunden aufhellte.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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Eine Antwort zu “Ground Zero

  1. Pingback: Netzigkeiten: Nah-Urlaub, Stilllegung und Schalke-Geschichte | vtaktuell

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