Fast eine Fanfreundschaft

Karl Hanisch hat ganz vage Erinnerungen an ein Spiel in der Glückaufkampfbahn im Jahre 1941, das womöglich den Anfangspunkt seiner unzähligen Besuche von Schalker Spielen darstellt. Und selbst lief er auch mal im wunderbaren Königsblau auf den Platz, als Halblinker mit der fünften Schülermannschaft gegen die sechste. Das waren noch Zeiten!

BlauWeiß und SchwarzGelb, das geht manchmal doch zusammen – zumindest wenn es um die Alemannia geht.


Es dauert nur noch ein paar Tage, und dann, am 14. Juli 2013, werden unsere Schalker auf dem Tivoli gegen die Alemannen aus Aachen spielen – hoffentlich. Es besteht nämlich die Gefahr, dass Alemannia aufgelöst wird und völlig von der Bildfläche verschwindet, ein Verein, der nicht nur durch Reinhold Münzenberg, einer Fußballgröße meiner Kindheit, bekannt wurde. Damals und auch noch später spielten sie mit uns auf Augenhöhe, und der Tivoli jagte den Gästen, die dort antraten, immer eine Gänsehaut über den Rücken.

Kurz vor diesem Freundschaftsspiel wurde mir eine Geschichte zugetragen, die fast siebzig Jahre zurückliegt. Ende der vierziger Jahre, man glaubt es kaum, gab es im Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen einen kleinen Kreis von Schalkeanhängern, die eine große Sympathie für die Aachener empfanden. Heute spräche man von einer Fanfreundschaft. Aber damals sprach man noch nicht von Fans, und erst recht gab es weder Fanclubs noch Fanfreundschaften. Wie kam es zu dieser Sympathie?

Der erwähnte kleine Kreis von Schalkeanhängern war nicht nur dem Weltlichen zugewandt und verpasste kaum ein Schalkespiel, sondern betätigte sich auch sehr aktiv in der Jugendarbeit der katholischen Pfarrgemeinde. Und irgendwie hat es sich von Aachen nach Rotthausen herumgesprochen, dass in der Aachener Stammelf ausschließlich Katholiken spielten. Man erzählte sich sogar, dass sie geschlossen mit der Fronleichnamsprozession gingen, zwar nicht im Trikot, aber immerhin. Heutzutage hielte man die erwähnten Jugendlichen wahrscheinlich für bigott. Das wäre jedoch falsch, denn die Konfession der damals aktiven Schalker war keinerlei Thema unter ihnen. Aber dennoch, die Aachener waren für sie etwas Besonderes.

Im Laufe der Zeit, mit zunehmendem Alter, mit beginnendem Studium gingen die Wege der Jugendlichen auseinander, und die Sympathie mit den Alemannen wurde nicht mehr in der Gruppe ausgelebt, verlor sich wahrscheinlich sogar bei den meisten. Vielleicht denkt aber jetzt, vor der drohenden Auflösung des Vereins, doch noch der eine oder andere Rotthauser an die damalige Zeit und legt beim lieben Gott ein gutes Wort dafür ein, dass es noch viele Spiele zwischen den Schalkern und den Alemannen geben wird, sozusagen konfessionsübergreifend.

Es wäre wünschenswert!


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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