Verkehrte Welt

“Heinz S.“ hat schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, ist Schalker seit Kindesbeinen an, aber war nach 1951 nur noch ein paar mal im Stadion. Meistens bei Spielen der Knappen am Bökelberg.

Erinnerung an ein Erlebnis im Stadion, damals vor über 60 Jahren in der Glückaufkampfbahn.


Jetzt — bald 80 Jahre alt — ist mir immer noch in Erinnerung, wie sozial in den Nachkriegsjahren der Verein sich verhalten hat. Vom Kinderheim Gelsenkirchen in der Ah-straße aus bin ich in den Jahren 1948 und 1949 zu Fuß in die Glückauf-Kampfbahn getrampt, denn Kinder konnten ab der zweiten Halbzeit kostenlos ins Stadion gelangen. An ein Spiel gegen, ich glaube es war der VfR Mannheim, habe ich folgende Erinnerung:

Der Platz war so überfüllt, dass ich nur oben auf dem Stehrang bleiben konnte, ein Durchkommen in die untere Region war nicht möglich. Natürlich hatte ich als Knirps keine Sicht. Aber ich hatte Glück: Ein Mann hatte mir einen Taschenspiegel gegeben, den ich hoch hielt, und also versuchte ich, mit dem Rücken zum Spielfeld stehend, etwas zu sehen. Es war nicht viel, aber die Stimmung war großartig.
In anderen Fällen hat es aber bessere Plätze für uns Kinder gegeben.

Mein beruflich bedingter Umzug ins Rheinland 1961 änderte nichts daran, Schalke-Fan zu bleiben. Natürlich gibt es hier in der Nähe von Leverkusen manchmal, wenn Schalke gegen Bayer 04 spielt, unterhaltsame Diskussionen mit meinen vier Enkeln. Im Jahre 2005 habe ich mit dem früheren Schalke-Spieler Bering, der Bewohner im Seniorenheim Ullrichstraße hier in Opladen war, des öfteren Skat gespielt, da ich mich seiner Zeit ehrenamtlich dort engagierte.

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(Westmeister 1951. Obere Reihe ganz rechts: Leo Bering)

Für die kommende Saison erhoffe ich mir, wie jedes Jahr neu, dass es erfolgreich wird, wie sicher alle Fans, die sich für „1904 Geschichten“ interessieren.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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2 Antworten zu “Verkehrte Welt

  1. Leo Bering, ich kann mich gut an ihn erinnern. Er kam damals vom TuS Rotthausen, mit dem ich sympathisierte, zu den Schalkern, mit denen ich noch mehr sympathisierte. Es ist übrigens ein schönes Foto, habe alle Spieler (bis auf einen) sofort erkannt.

  2. Pingback: Verkehrte Welt | Fanecho Bundesliga

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