Punkte sammeln

„Bob-Dieter Asamohr“ ist seit 1996 nach langer Zeit ohne Interesse am Fußball wieder mit dem Virus infiziert und Mitglied in einem Fanclub. Auch auf vielen Reisen zeigt er freimütig die Liebe zu seinem Verein.

Als Schalker sammelt man natürlich gerne Punkte von den Schwatzgelben ein. Fast immer, jedenfalls.


Als LKW Fahrer und Schalke Fan habe ich meinen blauen MAN mit weißer Firmenaufschrift natürlich auch von innen ein wenig in meiner Geschmacksrichtung eingerichtet. An der Rückwand der Kabine eine große Fahne, an einer blau-weißen quer gespannten Kordel ein Schalke Schal, Schalke Bettwäsche und diverse kleine Dekostücke. Als Krönung habe ich mir aus einem Kopfkissenbezug das große Schalkelogo ausgeschnitten und über die Türinnenverkleidung gespannt. Sobald die Türe geöffnet ist, sieht also jeder sofort, für welchen Verein mein Herz schlägt, was schon sehr oft zu zustimmenden, spitzen oder auch dummen Sprüchen geführt hat. In einer Halle bei Opel brüllte beispielsweise mal jemand beim Anblick der offenen Tür, ich würde nicht abgeladen und sofort waren mehrere andere Staplerfahrer zur Stelle um die Entladung zu machen – und eine hitzige Diskussion über die Ruhrpottvereine begann. Zahlreiche solcher meist sehr lustigen und angenehmen Diskussionen haben sich durch diese Türverkleidung schon ergeben, selbst bei Firmen in Lüdenscheid-Nord. Von dort kam ich auch im Februar 2011, kurz vor dem Derby in der verbotenen Stadt. Das Spiel war Freitag Abend und ich hatte eine der begehrten Karten.

Ich fuhr also mit meinem 40 Tonner auf der A1 Richtung Köln und war munter mit einem Kollegen am telefonieren. Leider ohne Freisprecheinrichtung, da der Empfang irgendwie doch sehr gestört war. Es kam wie es kommen musste, ein schwarzer Mercedes setze sich vor mich und schon leuchtete das „Bitte folgen“. Dumm gelaufen, ich erst mal in Ruhe zu Ende telefoniert, das Kind war ja eh in den Brunnen gefallen und dann auf dem Standstreifen hinter den Ordnungshütern gehalten. Ein jüngerer Beamter kam dann zur Beifahrerseite und kletterte dann in meine Fahrerkabine. Da ich ja nun genau wusste, warum ich diese unerfreuliche Begegnung hatte, fragte ich ihn nur, was er von mir brauchte. „ Ja , gut das Sie Ihr Vergehen nicht abstreiten, geben Sie mir bitte den Führerschein, die Fahrzeugpapiere und die Papiere des Aufliegers ( Anhängers). Und dann möchte ich wissen, was Sie Freitag Abend machen?“ waren seine Worte. Oha! Wollte der Hüter des Gesetzes mir womöglich irgendwelche unmoralischen Angebote machen für Freitag Abend und mir dadurch die Anzeige ersparen? Also die Papiere rüber gegeben und: „Ich bin beim Fußball am Freitag Abend. Warum?“
„Ihr habt doch eh keine Chance gegen uns!“ war die Antwort! Nein, ne Zecke! Na das würde ja ne fette Anzeige werden. Die Zulassungsnummer am Auflieger endete auch noch auf 09, was ihn zu dem Kommentar veranlasste: Da ist die 09 auch wieder! Und dann entwickelte sich ein nettes Gespräch über unsere Vereine und den Fußball ganz allgemein.
Leider hat mich das Gespräch über unsere gemeinsame Leidenschaft nicht vor dem Bußgeld und dem Punkt in Flensburg bewahrt. Dafür haben die Schalker dank der Leistung unseres Ex-Torwarts aber den Lüdenscheidern auch nen Punkt abgeknöpft.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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Eine Antwort zu “Punkte sammeln

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