Das schwarze Meer ist blau und weiß

Thomas Schönebeck wollte einst vor über drei Jahrzehnten Fan werden von einem Club, der am Wochenende siegte, verliebte sich aber in den, der verlor. War 1978 das erst mal im Parkstadion und verpasst kaum mal ein Spiel.

Europapokal, Auswärtsspiel in der fernen Türkei – ein Abenteuer.


Wenn Schalke schon international spielt dann musste ich auch dabei sein. Egal wo. Eigentlich war das für mich „so klar, wie das Amen in der Kirche“! So hatte ich auch 1996 bei der Auslosung zur 2. Runde UEFA-Cup gespannt auf den Gegner gewartet. Am besten einen aus einer tollen Stadt und möglichst doch nicht so stark. Zum Beispiel Barcelona, aber nicht FC sondern lieber Espanyol – sonst haben wir ja doch keine Chance.

Dann kam es.
Schalke zuerst zuhause.
Gegen Trabzonspor!!

Wo war aber Trabzonspor? Türkei, ja – aber wo dort? Auf meiner ersten Karte war es gar nicht verzeichnet. Erst bei der zweiten war Trabzon zu finden. Ganz oben, an so einem Zipfel. Nicht weit von Georgien entfernt.

Dass war wohl das weiteste Los, das wir bekommen konnten. Ich wusste nicht ob ich lachen sollte oder weinen. Einerseits war es sicherlich eine ziemlich einmalige Chance, so einen Trip mitzunehmen, andererseits wusste ich nicht, wer dabei sein würde.

Also ab an den Rechner und nach Anreisemöglichkeiten gesucht. Damals begann ja so ungefähr die Zeit, als man so langsam mal für sich selbst und ohne Reisebüro nach Verbindungsmöglichkeiten suchen konnte. BTX auf dem Amiga 500 machte es möglich (tja, dass waren noch Zeiten…). Zu aller erst musste es aber auch bezahlbar sein. Auch von Schalke bzw. vom SFCV wurden Reisen angeboten. Diese waren aber nur für drei Tage und dafür viel zu teuer.

Ich hatte schnell einen „Schlachtplan“ ausgemacht. Es sollte für 6 Tage nach Trabzon gehen, in ein schönes kleines Hotel und mit einem Flug über Istanbul. Vom Preis her war es für uns zwei gerade ungefähr so teuer wie das Angebot vom Verein für einen gewesen wäre. Die Erlaubnis von meiner besseren Hälfte hatte ich schon vorher. Sie wusste dass sie mich quälen würde, wenn sie versuchte, mich eventuell von einem Besuch dieser großen Spiele abzuhalten. Bei so einem Trip war das natürlich etwas anderes. Ich musste versuchen, sie mit zu bekommen und vorsichtig fragte ich an. Natürlich war es für sie nicht so einfach. Einerseits brannte sie natürlich auch darauf, dabei sein zu können, und andererseits war es eine völlig fremde Region. Zudem bedeutete es dann den Preis doppelt bezahlen zu müssen. Alleine wollte ich aber auch nicht und wir sprachen alles noch einmal durch. „Wenn Du Karten bekommst bin ich dabei!“ waren die schönsten Worte für mich.

Nun hieß es noch die anderen zu fragen. Vielleicht konnte ja auch von denen noch einer begeistert werden. Hauptsächlich hoffte ich natürlich auf Seipi und Siggi, aber leider mussten sie beide absagen. Bei so einem großen Trip musste man schon die Frau mit auf seiner Seite haben, war ich mir sicher. Leider kann nicht jeder das Glück haben, dass er eine schöne und dann noch Schalke-Verrückte Frau bekommt. Die anderen sagten auch nacheinander ab und so blieben nur wir beide für diese Tour.

Von Köln ging es früh morgens los nach Istanbul und von dort nach einem längeren Aufenthalt weiter nach Trabzon. Auf dem Flughafen hier wurde man dann schon sehr militärisch begrüßt. Alles wurde sehr akribisch und mehrfach kontrolliert. Zudem überall Soldaten mit grimmigen Gesichtern und Gewehren im Anschlag.

Den ersten erleichternden Eindruck bekam ich, als wir das Flughafengebäude verließen und ich eine McDonnalds-Reklame sah. Also waren wir doch noch nicht am Rande der Welt gelandet. Obwohl ich mir noch nicht so ganz sicher war ob es die Fast-Food-Kette nicht doch bis zu eben diesem Rand geschafft hatte. Mit einem Taxi ging es zu unserem Hotel und nun war es endgültig klar: So abgelegen war Trabzon gar nicht. Wir hatten ein tolles Zimmer und man konnte hier auch gut essen. Hinzu kam, dass dieses Essen zwar für heimische Verhältnisse sehr teuer war, für uns aber nicht einmal deutscher Standartpreis. Es gab also die besten Sachen für dieselben Kosten, die wir in Deutschland im Restaurant für ein profanes Schnitzel bezahlt hätten.

Auch die Freundlichkeit im Hotel ließ nichts zu wünschen übrig. Der Barkeeper in der Hotelbar war nur darauf bedacht uns mit Infos über Trabzon und den Fußball hier auf dem Laufenden zu halten. Er bot sogar an, uns zwischen Schule und Hoteldienst eine Stadtführung zu präsentieren. Diese freundliche Art zog sich durch die ganze Stadt. Man wurde hier locker mal auf einen Tee oder auf ein Gespräch eingeladen.

Den Gipfel dieser Nettigkeiten erlebten wir in einem Trabzonspor-Fanladen. Hier wurden wir von einem türkischen Geschäftsmann aus Stuttgart angesprochen. Dieser war inniger Fan seiner Mannschaft und kam zu wichtigen Spielen wie gegen Fenerbahce oder halt bei diesem Schalke Spiel immer extra angereist. Zuerst lud er uns obligatorisch zum Tee ein. Ein kurzer Ruf und ein Junge kam, um gleich wieder zu verschwinden. Wenig später erschien dieser mit dem Tee zurück und verabschiedete sich auch gleich wieder dankend. Beim Tässchen Tee und einigen Stories aus den einzelnen Fanlagern legte er uns ans Herz, doch einmal das Trabzonspor Museum zu besuchen. Dieses war nicht öffentlich allen bekannt und er erklärte uns, was es mit diesem auf sich hatte. Wir sagten unsere Neugierde sofort zu und er lies wieder seine junge Bekanntschaft kommen. Nach ein paar Sätzen auf türkisch, nachdem wir uns von unserem netten Fußballfreund dankend verabschiedet und ein weiteres Treffen vereinbart hatten, führte uns dieser ein paar Straßen weiter. Hier schellte er bei einer privaten Adresse und wenig später öffnete uns ein etwas älteres türkisches Mädchen die Tür. Sie hatte noch die Schuluniform an und es war zu erkennen, dass wir sie beim Mittagessen gestört hatten. Der Junge erklärte kurz ein ein paar Worte und war auch schon verschwunden. Wir hatten vorher gefragt, ob wir seine „Dienste“ denn mit ein paar Lira belohnen dürften, das war uns aber abgeraten und als Beleidigung erklärt worden. Nun standen wir also beim nächsten Einheimischen, dem Mädchen, das wir beim Essen störten, in der Schuld. Aber auch sie war nur freundlich und freute sich, endlich einmal ihr Englisch erproben zu können. Es waren einfach tolle Menschen hier.

Genauso toll war dann das riesige Museum, welches sich uns auf zwei Stockwerken präsentierte. Riesige und massige Trophäen waren hier zu sehen und Wimpel und Banner von vielen europäischen Top-Mannschaften. Ein gewaltiger Pokal fand meine größte Aufmerksamkeit. Er war einfach gigantisch groß – und in der Mitte durchgeteilt. Irgendwann in den 20er Jahren hatte es ein türkisches Endspiel gegeben und nach der regulären Spielzeit hatte es noch keinen Sieger gegeben. Also wurde der Pott kurzerhand durchgeteilt. Auch eine Art ein Endspiel zu beenden…!

Es war eine schöne Zeit in Trabzon und trotzdem fieberten wir Tag für Tag, Stunde um Stunde, immer mehr dem 29. entgegen. Dem Spiel, in dem sich entscheiden sollte, ob das kleine Wunder geschafft werden sollte und wir wirklich bis in Runde 3 des diesjährigen UEFA-Cups vorstoßen konnten.

Mittlerweile waren ja bereits ein paar mehr Schalker im Land und mit einigen hatten wir schon eine Ausflugstour in die Umgebung und durch die Stadt gemacht. Hierbei waren auch die zwei Vertreter des Bayrischen Rundfunks, die für die ARD das Spiel übertragen sollten. Ein paar Schalker hatten sie bereits auf dem gemeinsamen Hinflug mit der Mannschaft kennen gelernt und machten mit ihnen beim Mittagessen ab, dass sie vor dem Spiel (oder bei passender Gelegenheit) ihre Truppe aufnehmen sollten. Die beiden Herren stimmten sogar zu, glauben wollte ich das allerdings noch nicht so richtig. Am nächsten Tag war es dann so weit.

Für den Nachmittag war noch ein Tagesflieger angekündigt, welcher kurzfristig noch gechartert worden war. Schalke hatte angefragt ob genügend Interessenten da wären und so diesen noch eingesetzt. Der Preis für diesen war übrigens immer noch teurer als unsere gesamte Sechstages-Reise! Es war klar, dass die Fans, die mit diesem Jet kamen, vor dem Spiel noch in die Stadt wollten. Da wir ja nur eine Straße vom Marktplatz entfernt wohnten, wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Noch heute erinnere ich mich daran, wie ich, während meine Diva sich gerade noch schöner machte, als sie es schon war, gerade vor dem Spiegel stand um mich zu rasieren und plötzlich über dass Surren des Rasierers Sprechchöre hörte. Sofort schaltete ich ihn aus. Ich hatte mich nicht verhört. „Hurra, hurra, die Schalker, die sind da!“ dröhnte es!

Während gleich einige Gegengesänge einsetzten, hörte ich noch etwas von „Blau und Weiß“, allerdings nicht das Vereinslied oder ähnliches. Nun konnte es für mich gar nicht mehr schnell genug gehen. Michaela konnte es gar nicht verstehen und wollte sich in aller Lockerheit noch ein wenig mehr stylen – ich entgegen musste mich zusammenreißen, um die Ruhe nicht zu verlieren. Man merkte, bzw. hörte, wie immer mehr Busse mit singenden Schalkern eintrudelten. Endlich hatten auch wir es geschafft und kamen auf den Marktplatz.

Was für ein Bild, ich werde es nie vergessen.

Eine etwa halb so große Gruppe türkischer Fans stand auf diesem Platz in einer Reihe und sang mit erhobenen Fäusten Trabzonspor Schlachtgesänge. In selber Haltung entgegneten die Königsblauen, nur durch die Breite einer schmalen Straße getrennt, schmetternd Schalke-Lieder. Dieses war der Tag, an dem der heute so bekannte Schalke – 04 Wechselgesang entstand. Von den Trabzonspor Fans abgeleitet riefen die unteren Schalker das obligatorische „Schalke“ und die obere Truppe antwortete mit „04“!

Obwohl alle so nah bei einander waren kam niemals das Gefühl auf, dass es hier gleich Prügeleien oder Randale geben würde. Ich habe nie vorher und auch nie wieder später so eine Kulisse wie hier in Trabzon erlebt. Bei späteren Gesprächen hörte man noch von vielen begeisterten Fans Geschichten über das Erlebte. Der ein oder andere hatte mal für ein Bier ein paar Lira mehr bezahlen müssen, aber die meisten waren begeistert. Wer hatte sich auch vorher vorstellen können in einer Döner-Bude zu essen und dann keine Toilette zu haben. War ja alles kein Problem, dann wurde man eben über den Hof in die privaten Gemächer und dort auf die gesuchte Toilette geführt.

So nach und nach leerte sich dann die Stadt und es ging in den Bussen zum Stadion. Hier erlebte man dann unterwegs auch ein paar andere Seiten der Stadt. Arme, ausgemergelte Kinder standen an der Straße und vor dem Stadion und bettelten. Ein Anblick, den man sich hatte vorher gar nicht vorstellen können. Vor und beim Weg in das Stadion dann wieder Zustände wie auf dem Flugplatz. Man wurde durch Reihen von Polizisten mit Maschinengewehren gedrängt und musste sich dabei wieder vorkommen wie ein Schwerverbrecher. Gerade noch fast Party und nun eine Szene die an Kriegszustand erinnert.

Im Stadion konnte man sich dann aber wieder frei entfalten. Dabei hatten wir sogar einen tollen Platz für die Fan-Club-Fahne gefunden. Während wir uns hier noch einmal fotografieren ließen, entdeckte ich auch unsere beiden Ausflugsbegleiter auf der Tartanbahn vor uns wieder. Sie unterhielten sich gerade über den Zaun hinweg mit den bereits erwähnten Flugzeugbekanntschaften.

Von der angekündigten Hölle war – nebenbei bemerkt – noch nichts gravierendes zu hören. Eher wir Schalke Fans waren schon vor dem Spiel darauf bedacht der Mannschaft zu zeigen wie viele doch diese weite, teure Reise mit angetreten waren. Dabei hellte sich die Stimmung noch einmal auf als Johann de Kock ein paar Runden lief. Scheinbar war er doch noch auf den letzten Moment hin fit geworden, vorher hatte es gehießen er könne auf keinen Fall spielen.

Bei Spielbeginn merkte man dann doch das „nur“ 5% der anwesenden Zuschauer Schalker waren. Aber das dauerte nicht lange. Umso länger das Spiel lief war eine enorme Sicherheit im Schalker Spiel zu erkennen und dementsprechend verstummten die Türken ein wenig während es für uns immer einfacher wurde die Stimmung alleine zu beherschen. Spätestens nach 36 Minuten war dann „der Käse gegessen“. Schalke machte das Spiel und der eben erwähnte Kopfballtitan Johan de Kock machte innerhalb von drei Minuten mit seinen zwei Toren alles klar. Was sollte nun noch passieren? Trabzonspor musste gegen unsere (meistens) gute Abwehr nun schon 04 Tore machen, daran glaubte niemand mehr.

In der Halbzeit durfte sich der Torschütze dann auch schon wieder schonen und wurde fenetisch mit „Johan de Kock, Johan de Kock, Johan, Johan, Johan de Kock“ Sprechchören gefeiert.

Nach 10 Minuten der zweiten Halbzeit dann doch der Anschlußtreffer von Trabzonspor. Naja, was sollte es. Überlegenheit von denen war keinstenfalls zu spüren. Wenn sie auch ein wenig forscher wurden. Große Chancen hatten aber höchstens wir und mehrfach war die endgültige Entscheidung von unseren Stürmern vergeben worden.

Dann aus dem nichts der Ausgleich in der 66. Minute. Der starke Hami Manderali (welcher später zu Schalke wechselte – und hier nie klar kam) hatte Jens Lehmann mit einer angedachten Flanke düpiert. Ab nun wussten wir was mit dem Hexenkessel gemeint war. Noch 24 Minuten plus Nachspielzeit blieben dem Gegner. Michaelas Frage wie viele Tore wir nun noch vor wären und was bei einem 3:2 passieren würde beantwortete ich nur noch nervös. Das konnte es doch wohl nicht sein!? War es doch wieder das bekannte Schalke-Pech (oder Unvermögen) und wir sollten doch noch rausfliegen!? Ab jetzt übernahm Trabzonspor das Geschehen komplett. Wenn wir auch einige Konterchancen bekamen, so machten sie doch enormen Druck.

Ganze fünf Minuten konnte sich Schalke dagegen stemmen und dann war es wiederum Hami, welcher Lehmann dieses Mal einen Freistoß in die Maschen donnerte.

Unsere Welt schien einzubrechen.

Innerhalb einer Viertelstunde hatten wir drei Tore kassiert, und dabei würde es bei diesem Spielverlauf wohl nicht bleiben. Der Hexenkessel brodelte über und es fiel uns tierisch schwer wenigstens noch mit ein wenig Mut dagegen zu halten. Nun drohte nicht nur das Ausscheiden sondern auch noch die Pein wie dieses geschehen wäre.

„Was ist denn wenn wir 4:3 verlieren?“ kam die nächste Frage von rechts und ich bebte. Mir war es unmöglich dieses nun zu erklären. Ich konnte nur noch denken „Lass es zu Ende sein, lass es zu Ende sein!“

„Wenn wir mit einem Tor Unterschied verlieren sind wir weiter, bei zwei oder mehr Toren Differenz war es das!“, quetschte ich durch die Lippen.

Es waren gerade erst drei ewige Minuten vergangen und Schalke hatte wenigstens eine Ecke geholt. Es war zu erkennen das sie weiter mutig waren und so ein Eckball brachte wenigstens Zeit. In dem Moment als ich wieder mit dem Trainer am hadern war, warum er Johan nicht noch ein wenig spielen lassen konnte, machte Martin Max den Ausgleich.

Ich weiss nicht wie oft ich Tor und Ja geschrien habe. Michaela wurde in meinen Armen zerdrückt und wo eigentlich wegen Zerquetschungsgefahr nur Panik im Gesicht stehen musste erschienen die strahlensten Augen überhaupt. Nun musste es doch geschafft sein. Wahnsinn. Sofort waren die Schalke Fans wieder Herr im Haus und jeder schrie so laut er kann und zeigte den Spielern die uneingeschränkte Unterstützung. Die letzten 15 Minuten brachten noch zwei Schrecksekunden – aber mehr passierte bis zum umjubelten Schlußpfiff nicht mehr.

Es war vollbracht. Wir standen in Runde drei. Welch ein Traum. Im Stadion Avni Aker dominierte nur noch der Gesang, den ich am Nachmittag noch nicht ganz verstehen konnte: Das schwarze Meer, das schwarze Meer, das schwarze Meer ist blau und weiß. Das schwarze Meer ist blau und weiß – das schwarze Meer ist blau und weiß!

Eine Anekdote muss ich dabei noch erwähnen. Hierbei komme ich noch einmal auf unseren Barkeeper, den Schüler zurück. Natürlich hatte er immer gefrotzelt das Trabzonspor weiterkommen würde und wir hatten entgegen gehalten. Dabei war er aber immer nett geblieben und hatte auch nicht immer alle Getränke abgehalten. Dieses wiederum hatte sein Trinkgeld immer hochgeschraubt.

Auch am Abend nach dem Sieg bekam er wieder eine ordentliche Summe „gesteckt“, wenn er auch nicht ganz so gut drauf war wie die Tage zuvor. Naja, wer wollte es ihm verübeln – seine Mannschaft hatte verloren. Allerdings brauchte ich auch diesen Abend überhaupt keine Barzahlung machen. Er meinte es wäre schon spät und es würde auf die gesamte Rechnung geschrieben.

Als ich die bei der Abreise bezahlen wollte, wusste ich warum. Dieser kleine Verbrecher hatte auf einmal die Jack-Daniels zu besonderen Getränken gemacht. Sie standen ja nicht auf der Getränkeliste und vorher war immer ein guter Preis bei ihm herausgesprungen. Am Abend des Trabzonspor-Ausscheidens waren sie plötzlich auf einen achtfachen Preis gestiegen…

Trabzon, Stadion Avni Aker
29.10.1996, UEFA-Cup, 2. Runde
Trabzonspor Kulübü – FC Schalke 04 3:3 (0:2)
Lehmann – de Kock (46. Dooley), Thon, Linke – Latal (87. Kurz), Wilmots, Nemec, Anderbrügge, Müller – Max, Mulder (80. Weidemann)
0:1 de Kock (33.), 0:2 de Kock (36.), 1:2 Arwaradse (55.), 2:2 Hami (66.), 3:2 Hami (71.), 3:3 Max (74.)
Zuschauer: 27.000


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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4 Antworten zu “Das schwarze Meer ist blau und weiß

  1. Geniale Story, einfach super !

  2. Pingback: Die Blog- & Presseschau für Freitag, den 15.02.2013 | Fokus Fussball

  3. Kann mich nur anschließen. Tolle Geschichte!

  4. Ja, spannend war es!!!
    Ich habe damals nur das Hinspiel live erlebt, wenn man da geahnt hätte, wo uns dieser Weg noch hinführen wird

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