Der Lauf der Zeit

“Achim“ ist ungefähr so alt wie die Fußball-Bundesliga, Niedersachse, nun Söldner in Hessen, seit 30 Jahren aktiv mit Schalke unterwegs und Jiri-Nemec-Jünger.

Befindlichkeiten, die schon anlässlich des Spiels in Piräus aufkamen und formuliert wurden.


Heute ist Champions League.
Schalke international. Das, was sich alle wünschen.

Alle?

Bei mir bin ich mir da nicht so sicher.

Klar, hätte mir jemand in den Achtzigern (Klein-Achim mit Anfang 20 mit nem flockigen „und wir steigen wieder auf“ auf den Lippen) gesagt, dass wir 30 Jahre später im Meistercup mitmischen hätte ich ihn a) für verrückt erklärt und b) ihm dafür gedankt, dass er mir so bekloppte Gedanken in den Kopp setzen will.

Klar war ich begeistert, als die Eurofighter sich durch die Runden pflügten. Aber Champions-League? Früher durften da die Meister mitspielen. Die Champions. Heute kann sich mit ein wenig Glück der 14. der litauischen Liga dafür qualifizieren. Neulich habe ich die Auslosung geguckt. Für jede theoretische Möglichkeit ein extra Lostopf. Toll. Hauptsache die Topclubs spielen nicht aus Versehen gegeneinander…

Klar, der Verein braucht das Geld, um auch im nächsten Jahr aufrüsten zu können für einen weiteren Kampf ums Geld. Aber ist der Kampf um Geld wirklich das, was ich mir als Fußballfan wünsche? Sollte das nicht eigentlich Ruhm und Ehre für den glorreichen FC Schalke 04 sein? Ist es wohl auch noch. Irgendwie. Aber mir drängt sich der Gedanke auf, dass es doch vordergründig um den schnöden Mammon geht.

Mir sind die Spiele in Fürth oder in Saarbrücken wichtiger als die CL-Spiele. Klingt blöd. Ist aber so. Bundesliga ist wichtig. Nach Berlin zum Pokalfinale will ich auch noch mal. DAS ist Fußball. Und das passt zu meinem Schalke. Der Popelverein, unterstützt durch die Gazprom-Milliönchen und tolle Fananleihen gegen die Scheichspielzeuge dieser Welt. Hurra. Warum fehlt mir dafür die echte Begeisterung?

Klar werde ich heute Abend im Stadion oder vor dem Fernseher sitzen und den Blauen die Daumen drücken, wie ich es auch bei jedem unwichtigen Freundschaftsspiel tue. Aber es wird mich wieder mal nicht aufregen, emotional ansprechen.

Ich habe mir auch zusammen mit meinem Kumpel Schmiddy Tickets für die Bustour des SFCV nach Montpellier bestellt. Total bescheuert, 16 Stunden hin, Spiel gucken, 16 Stunden zurück. Mein Rücken freut sich schon. Und mit ein bisken Glück und dem guten Willen von Melli und Arndtie werden wir auch dabei sein. Aber ich fahre da hin um Spaß zu haben, um Freunde zu treffen, um später meinen Enkeln davon zu erzählen, wie bekloppt ihr Oppah noch im hohen Alter von 48 Jahren war. Das Spiel dort an sich ist mir keine Herzensangelegenheit.

Klingt bescheuert. Ist aber so. Abstiegskampf in Liga 2 hat geprägt. Sicher nicht nur mich. Mein Verein ist der gute alte Popelverein den es nicht mehr gibt.

Schade eigentlich. Irgendwie.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres und/oder Interessantes über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Klar erkennbar muss sein, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder um einen Prosatext, also einen konstruierten, erfundenen, der etwas Bestimmtes ausdrücken will in Bezug auf den FC Schalke 04.
Wichtig ist natürlich auch, dass ihr kein Problem damit habt, dass euer Text hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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5 Antworten zu “Der Lauf der Zeit

  1. …gefällt mir! Beziehungsweise gefällt mir nicht…denn mir geht es genauso 😦

  2. Ach Achim du ewig gestriger, wieso sprichst du mir nur so aus der Seele ?

  3. Gerade Pokalspiele sprechen mich an.
    Man kann einen Pott gewinnen!!!
    Gerade dann kommen bei mir Emotionen hoch.
    Und das gerade deshalb, weil wir ein Popelverein waren (und teilweise auch noch so spielen).
    Klingt blöd. Ist aber auch so!
    🙂
    Glückauf

  4. Champions League Spiele sind echte Feststage!
    In europäischen Städten mit Gleichgesinnten feiern und sich auf das Spiel freuen. „Schalke International!“ – Herrlich.
    Zweite Liga war damals auch klasse (Hab noch die Karte vom 0:0 gegen den SV Meppen.
    Aber da ist mir auch ein bißchen „Äpfel-Birnen-Vergleich“ mit dabei.
    Montpellier wird Dir gefallen, mit Ü/F wäre wohl besser gewesen und Dein Rücken hätte es Dir gedankt!
    Also alles gut! Irgendwie 😉

    Glückauf,
    Enatz

  5. Bosch-Bus nach Montpellier!

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