Unter Freunden

Simon Haupt würde sich als „Ultraorientierter Vielfahrer“ einordnen, der Mitglied ist und Kutten nicht ganz so abstempelt, wie es viele machen, nicht zuletzt weil sein Vater einer von ihnen ist.

Heute erzählt Simon Haupt von Blau-Weiß und Schwarz-Rot, und wie es für ihn als zehnjährigen „Zwerg“ begann.


Ich weiß garnicht mehr so genau, ob es die Saison ’01/’02 oder ’02/’03 war, jedenfalls schrieb sie sich so in den Anfangsjahren der Arena.

Ich war zu dieser Zeit neun bis zehn Jahre alt. Da meine Kindheit durch meinen Vater, Kuttenträger durch und durch, natürlich Blau & Weiß geprägt war, kam auch mit 10 Jahren nichts anderes außer Nordkurve in Frage.

Es war ein besonderes Spiel, das heute anstand: Schalke gegen Nürnberg.

Ich sollte die Fanfreundschaft an diesem Tag erst recht zu schätzen wissen. Viele aus unserem Fanclub trugen Rot-Schwarze Schals, getauscht bei irgendwelchen anderen Spielen. So auch mein Vater. Er war schon mein Vorbild, erst recht was das Blau & Weiße anging.

Die Tore am Gästeblock in der Arena waren an diesem Tag wohl geöffnet – jeder Franke konnte im ganzen Stadion herumlaufen, und so ging es auch nach dem Spiel hoch vor diese Tore. Mein Vater wollte sich noch ein Bier trinken – gerne mit den Freunden aus Nürnberg.

Ich hatte den Gedanken gefasst, irgendetwas Rot-Schwarzes zu ergattern, und dafür einen Schalke-Pin zu opfern. Also ging ich los, Pin in der Hand, auf den nächsten Nürnberger zu, gab ihm den Pin in die Hand und sagte: „So, jetzt hab ich dir was geschenkt – schenk du mir auch was!“. Gesagt – getan: Er zog sein Trikot aus und gab es mir! Der Moment, seit dem das Feuer der Fanfreundschaft in mir brennt. Dieser Tag wird ewig in meiner Erinnerung sein, scheiß egal welches Jahr es war. Es war ein besonderes Erlebnis, das kein Datum braucht. Das Trikot hab ich heute noch hier, inzwischen passt es auch 🙂


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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