Toni aus Seoul

Wolfgang Hill ist schon lange mit Schalke unterwegs und erlaubt sich am Rande von Trainingslagern auch schonmal Späßchen mit Fernseh-Reportern – aber das ist eine andere Geschichte.

Heute erzählt Wolfgang Hill von der denkwürdigen Gründung des Schalke Fanclubs Südkorea. Oder so.


Berlin, Berlin wir waren in Berlin – also das heißt: der Fanclub „Fantastic Blue Reken“, und zwar im März 2008. Das fünfzigste Duell der Altmeister erlebten 11 Schalker aus Reken live mit. Viel wurde in der Presse geschrieben und vieles auch wieder vergessen, wichtig waren die 3 Punkte für unsere Blauen! Aber die Geschichten am Rande, vor, während und nach dem Spiel werden einigen Schalkern immer in Erinnerung bleiben.

Beginnen wir am Samstagabend. Der Nachwuchs aus unserem Fan Club war im Jugendhotel Berlin untergekommen, man unterhielt sich und machte Spiele, etwas abseits stand ein junger Mann aus Süd-Korea. Schnell kam man ins Gespräch und lud ihn in die Runde ein. Vorstellung: Caro, Mona, Karin, Jan, Lars und Manuel, tja und der Süd-Koreaner, sein Name: Bong-Iwa. Schwer auszusprechen? Übersetzt: Toni aus Seoul.

Beim Bier wurde über alles Mögliche geredet, doch beim Kümmerling reichte es nicht zur Übersetzung des Wortes „Kräuter“, also musste er probieren und als Antwort kam „Ohh, ohhh, double Sake!“. Tja, so ging es weiter und immer öfter drehte sich das Gespräch um Schalke, Football, und so beschloss man, am Morgen gemeinsam zum Treffpunkt „Joe´s“ und danach ins Olympiastadion zu gehen.

Der Morgen danach kam unweigerlich und Toni war noch nicht in Form, die Kräuter hatten ihm doch arg zugesetzt, aber um 14:00 Uhr war er wieder der Alte und freute sich auf das, was noch kommen sollte – denn er hatte schon mitbekommen: Schalker waren überall in Berlin.

Mit einem S04-Schal umgehängt ging es mit der S-Bahn zum Olympiastadion. Viele Schalker kannten sich und die Begrüßungen sind ja bekannt, aber Toni, er staunte nur und rätselte, ob wir etwa alle verwandt wären. Aber es wurden immer mehr und am Bierzelt vor dem Stadion sprach es sich herum: „Toni aus Seoul“, der „Schalke Fanclub Seoul“ war da! Fast alle Schalker begrüßten ihn und wechselten ein paar Worte, und immer gab’s ein Foto, und auch Toni machte sehr viele Fotos.

An der Einlasskontrolle am Marathontor rief Toni schon zaghaft „Schalkeee“. Vor dem Block G trafen wir wieder auf einen Fan Club aus Gelsenkirchen, einer stellte sich vor: “My Name ist Volker Appeltree aus Gelsenkirchen-Buer“. Lautes Lachen, Toni hatte richtig Spaß und wieder wurden Gruppenfotos gemacht.

Jetzt gings hinein in den Block G2, staunend verfolgte Toni das Wirken der Schalker. So viele Fans, und alle für Schalke! Wir zeigten ihm die Hertha Blöcke, leider hatten einige Herthaner nicht den Weg ins Olympiastadion gefunden. Doch Toni war einfach begeistert und stimmte mit ins Schalker Liedgut ein. Dann die Tore, erst Asamoah, dann Jones: SUPER Stimmung! Beim Gegentreffer zum 1:2 bemerkte Toni: „nicht gut!“ Aber dann war Schluss, wir freuten uns gemeinsam und lagen uns in den Armen, eben alle zusammen Schalker!

Auf dem Heimweg dann ein sichtlich bewegter Toni: „Ich war jetzt in vielen Ländern und Hauptstädten Europas, aber hier in Berlin mit euch Schalkern, mir fehlen die Worte … Danke, dass ich mit dabei sein durfte, danke für eure Gastfreundschaft, ich werde diesen Tag nicht vergessen und die Fans des FC Schalke 04 in meinem Herzen mit nach Hause nehmen!“

Wir, „Fantastic Blue Reken“, bedanken uns auch im Namen von Toni bei den Fans vom FC Schalke 04, die in Berlin dabei waren, besonders aber bei den Fans aus Leipzig, Velbert und Gelsenkirchen. Bong-Iwa, wir hoffen du kamst auch wieder gesund nach Hause, und denk immer daran: “you´ll never walk alone!“.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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