Späte Premiere

Marcus Brauer bestritt sein erstes Spiel als königsblauer Fan im August 1991 im Parkstadion. Der Jugend entwachsen, unterschrieb er zehn Jahre später seinen Mitgliedsantrag bei den Schalkern. 2006 schlug seine große Stunde. Schalke 04 gab ihm einen Stammplatz in Block 74 in der Arena. Abwerbeversuche anderer Vereine blockt er stets ab: „Schalke 04 ist mein Verein. Wenn der Club weiter auf mich setzt, bleibe ich noch sehr lange hier. Heimat ist wichtiger als Geld!“

Ze Roberto und Albert Streit sind die herausragenden Akteure auf dem Platz, als Marcus Brauer endlich das erlebt, wovon andere schon jahrelang „schwärmten“…


Im Gegensatz zu vielen Parkstadion-Fans und meiner heutigen Arena-Dauerkarte habe ich es nur auf 19 Spiele in der alten Schüssel gebracht, darunter waren aber auch einige Highlights wie das 5:2 gegen Dortmund 1991 oder das 5:3 gegen Unterhaching. Auch den UEFA-Pokal durfte ich dort bewundern. Eines war mir aber immer erspart geblieben. Wenn ich im Parkstadion war, war meistens herrliches Wetter, zumindest hatte es nie geregnet. Die berühmten Geschichten vom „Nasswerden bis auf die Knochen“, was dieses Stadion eigentlich mit ausmachte, ich kannte sie nur aus Erzählungen.

Sieben Jahre waren seit dem Umzug in die Arena vergangen. Kurzfristig wurde ein Testspiel bei freiem Eintritt gegen den heutigen Kuranyi-Club Dynamo Moskau angesetzt. Es sollte im Parkstadion stattfinden, dessen Haupttribüne mittlerweile schon zur Hälfte abgerissen war. Ich nutzte die Gelegenheit und machte mich auf zu meinem 20. Spiel in der Betonschüssel, um noch einmal, ein definitiv letztes Mal zusammen mit ca. 500 weiteren Schalkern, die wohl ähnlich dachten wie ich, ein Spiel unserer Blauen dort zu sehen. Das Ergebnis von 5:0 für uns war zweitrangig. Ich saß auf der Gegengerade, auf der ich früher so manches Spiel mit meinem Vater verfolgt hatte, und sog diese Atmosphäre noch einmal in mich auf. Eine einmalige persönliche Schalker Erinnerung, die ich nicht missen möchte.

Und selbst in diesem Spiel hielt das Parkstadion noch eine Premiere für mich bereit: Die ganzen 90 Minuten regnete es. Ich saß auf der Gegengerade – und wurde nass 🙂

26.Februar 2008
FC Schalke 04 – Dynamo Moskau 5:0 (2:0)
Schalke: Schober – Varela, Abel (61. Grembowietz), Höwedes, Pander (46. André Kilian) – Jones, Grossmüller (61. Latza) – Zé Roberto – Albert Streit (61. Løvenkrands), Halil Altintop (46. Larsen), Sanchez (61. Wassi)
Tore: 1:0 Streit (13.), 2:0 Streit (38.), 3:0 Løvenkrands (66), 4:0 Zé Roberto (75.), 5:0 Larsen (77.)


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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