Grau zu Königsblau

”Royalblue” – der Opa 1860 Fan, der Vater Schalke. Also ist der erste Kick live in der Kampfbahn: S04 vs. Löwen – 1:0. Wollte unbedingt Radi sehen, aber Fahrian stand im Tor. Die Herzensentscheidung wurde also schon vor Anpfiff „geklärt“. Danach: Heimspiele reichlich bis fast immer, auswärts nach den gegebenen Möglichkeiten. Lieblingsmannschaft „Die 72er“. Steher bis heute.

Heute erzählt „Royalblue“ vom Mai 1981 und einem legendären „kleinen Derby“ am Abgrund…


Die Betonschüssel ist in Sichtweite. Die letzten Schritte werden ein wenig energischer, es geht ja nun mal um die Existenz – wieder mal. Aber, Optimismus ist angesagt, die letzten Heimspiele haben Mut gemacht. Nach der 0:4 Klatsche gegen Düsseldorf gab´s drei Heimsiege hintereinander. Fischer hat auch wieder getroffen. So, jetzt noch schnell ne Wurst und nen Pilsken und dann ab in Block 6.

Königsblau gegen Mausgrau. Schalke gegen Bochum. Irgendwie war aktuell alles grau, übergangsweise „wohnte“ ich in Lüdenscheid-Nord, einen Steinwurf vom Zentrum des schwarzgelben Grauens entfernt.

In ein paar Minuten ist Anpfiff. Dieser Abel vom VfL, der macht mir dann doch was Bauchweh. Und wir brauchen die Punkte doch gegen den Abstieg.

Kurze Rede, langer Sinn: Nix der Abel, die Abwehrstümper der Mausgrauen, Jakobs und Woelk, machen zwei Buden und zur Halbzeit stehen wir wieder am Abgrund. Fuck. Keine Halbzeit-Wurst, nur Pils. Egal.

Früher gehen geht gar nicht, niemals! Oder doch?

Pinkall in der 59ten und 76ten. Mir ist schon ziemlich schlecht. Und dann kommt er, in der 79ten Minute: Jochen Abel. 0:5 – Genug, einfach genug. Raus aussem Block, Schaum vorm Mund, Tränen der Wut, Fassungslosigkeit. Ab auffen Parkplatz C, nur noch wech! Wo stand die dreckige Kiste. Dieser mausgraue VW-Käfer. Aggro pur. Nicht links, nicht rechts. Nah an der Ausfahrt? Oder doch nicht?

Kurzer mausgrauer Torjubel im Hintergrund (Abel, wer sonst), 0:6.

Reiß dich zusammen Alter, geh systematisch vor. Die Karre kann doch nicht weg sein! Schlusspfiff. Die ersten völlig demoralisierten Königsblauen lassen die Motoren an und fahren los, und ich Idiot hab´ mein Auto immer noch nicht gefunden. Erst mal pissen. Und als dann diese Fremdfarbe gegen den Baum strahlt, sagen mir die restlichen funktionierenden Hirnzellen: „Hey, du bist doch heute mit der Bahn da!“.


„1904 Geschichten“.
Die Bitte geht an Alle: wenn ihr etwas habt aus über 100 königsblauen Jahren, etwas Wahres über Schalke, das ihr teilen wollt, Erlebnisse die erinnernswert sind oder ganz einfach Schilderungen, wie es war, wie man sich Eintrittskarten besorgte, wo in der Glückaufkampfbahn, dem Parkstadion oder der Arena man „daheim“ war, wie man dahin kam und wie es da zuging, oder was auch immer vielleicht jemand, der Schalke nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, nie oder niemals wirklich wissen kann – aber vielleicht sollte – schickt mir (matthias.berghoefer[at]web.de) einfach eure Texte, Dreizeiler oder halbe Romane und egal wie’s mit Rechtschreibung aussieht. Hauptsache das, was ihr erzählt, ist wirklich wahr, man erkennt um welches Jahr es geht (wenigstens ungefähr) und ihr habt kein Problem damit, dass es hier, und vielleicht auch irgendwann mal in einem Buch, veröffentlicht wird – natürlich unter eurem Namen, oder einem „Pseudonym“ falls euch das aus irgendeinem Grund lieber ist.
1904 Geschichten sind eine Menge Holz. Ich bin mal gespannt.

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